Interview

DAS (Fi(c)ktive) INTERVIEW
Nie zuvor hat TRAPP so schonungslos sein Inneres nach außen gekehrt und z.B. über das zwangsläufige Scheitern der komplizierten Dreiecksbeziehung zu Dr. Runkel und RA Sieburg gesprochen. Er fordert klar die Rückkehr zum alten städtischen Patriziat und hält - ohne es zu wollen - der derzeitigen Lüneburger Society einen Spiegel vor, der ihn zur Idealbesetzung des Meister Gotthard bei der vom Autorenteam angestrebten Verfilmung der Wolfschen Vorlage „Der Sülfmeister“ werden läßt.
Herr Trapp, schön, daß wir es noch geschafft haben und uns heute noch sehen!
TRAPP (stirnrunzelnd): So alt bin ich nun auch wieder nicht. Außerdem trinke ich nicht mehr.
Davon haben wir auch gehört. Hintergrund soll eine geheimnisvolle Szene- und Prominenteninsuffizienz aus den USA, genauer Hollywood, sein. Wird Lüneburg Ihnen langsam zu provinziell?
TRAPP (bedächtig): Das kann man so nicht sagen. Nur ist mein klassisches Klientel durch Schicksalsschläge, starke Affinität zur Innenstadt und drohende sportliche Relagation etwas ausgedünnt. Jedoch findet der Trikottausch immer noch in meinem Etablissement statt.
Es heißt, Sie möchten Lüneburg den Rücken kehren und in den Süden auswandern.
TRAPP (gut gebräunt): Da halte ich es frei nach Andy Möller: „Ob Mailand oder Madrid, das ist mir egal. Hauptsache Italien.“
Aber Sie können nicht von der Hand weisen, daß Sie bereits „spanische Fliege“ ausprobiert haben und Ihre Lebensgefährtin schon einmal Paella gegessen hat?
TRAPP (weltmännisch): Das ist richtig. Per se ist das Leben in Lüneburg nicht verkehrt, aber der Stint stirbt und das Rotlichtmileu in der Altstadt eignet sich doch nur noch zur „Rheuma“-Therapie. Da sind die Fangopackungen im SaLü mittlerweile spannender.
Woher kommt diese Nachdenklichkeit?
TRAPP (empört): Mit Euch Saubande ist doch auch nichts mehr los! Erst bei mir in die Lehre als „Jung-Hasardeur“ gehen und den Averna aussaufen, danach schön heiraten, eine Kinderschar zeugen und dann abhauen. Kein Wunder, daß das Sextourismus-Konzept im SaLü mit solch einem Studentenpack scheitern mußte!!!
Aber das ist doch eine Minderheit (Thimo Freud, Name von den Autoren geändert). Und der kommt zwangsweise auch zurück!!!
(Betroffenes Schweigen, TRAPP bemüht sich um Ausgleich und stellt den Autoren unaufgefordert einen Averna hin, die Spannung löst sich)
Wie ist das eigentlich, wenn man auch als „Compagnon d’amour“ unterwegs ist. Durch Ihr zutun wurde sicher doch manche zarte Bande geknüpft.
TRAPP (romantisch): Das stimmt. Das Konzept von Herzblatt stammt ursprünglich von mir.
Haben Sie eigentlich dabei auch an sich selbst gedacht?
TRAPP (verschämt): Sicherlich kam man hier und da ins Gespräch. Aber in meinem Beruf ist Professionalität gefragt: einmal Inge, immer Inge. Das muß auch so sein, glaube ich, oder so!?
Aber wie war das Verhältnis zu den Gästen?
TRAPP (interessiert): Spielen Sie da auf besondere Personen an?
Wir erinnern uns an tolle Schauspiele mit Dr. Runkel und RA Sieburg in der Innenstadt. Warum gibt es so etwas im Wilschenbruch nicht mehr in dieser Frequenz und Intesintät?
TRAPP (diskret): Na ja, der Wilschenbruch ist eben etwas weit vom Schuß. Ich öffne erst gegen späten Mittag. Da können eben einige nicht mehr fahren oder laufen.
Wenn Sie eine Aufstellung, der von Ihnen in den letzten Jahren am meisten zubereiteten Getränke machen würde, was wäre der Spitzenreiter?
TRAPP (nachdenklich): Vermutlich Wodka-Apfelsaft.
Das trinkt doch kein Mensch, oder?
TRAPP (stolz): Doch ich. Jedenfalls eisern bis vor kurzem!
Vielen Dank für dieses ausgedachte Interview.
TRAPP (zufrieden): Bitte schön. Hätte ich nicht besser machen können!
Schluß mit der Fi(c)ktion! Jetzt wenden wir uns dem Fragebogen zu. Klick! mich! an!